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Ostermeyersche Seite dem litauischen Leser dokumentiert wird. Dem Interessenten
wird somit nicht nur reichlich lituanistisches Material, sondern auch unterhaltsa-
me Lektüre geboten.
Die Übersetzung der Schriften Ostermeyers in die moderne litauische Schrift-
sprache ist keine einfache Sache. Sie erfordert eine intensive Auseinandersetzung
mit einer über 200 Jahre alten Schreibweise einschließlich damaliger grammatischer
Gebrauchsweisen sowie lexikalischer Besonderheiten im Sinne einer wissenschaft-
lich-theologischen Fachsprache. Überdies ist der Stil sowohl von Provinzialismen
als auch von dem eigenwilligen Ausdrucksmodus des Autors geprägt. Im großen
und ganzen wird die Übers. dieser Anforderung durchaus gerecht. Ihre anerken-
nenswerte Stilsicherheit verhilft dazu, daß der polemische, rechthaberische Ton
Ostermeyers mit seinen sachlichen und taktischen Nuancen in ihrem litauischen
Text erhalten bleibt. Da stört es vom translatorischen Standpunkt aus wenig, wenn
an passender Stelle von einer wortgenauen Übersetzung a/jointfilesconvert/280241/bgegangen wird, Textkür-
zungen oder -vereinfachungen vorgenommen werden. Hauptsache dabei muß aller-
dings sein, daß der Informationsgehalt der Aussage des Originals gewahrt bleibt.
Dafür einige Beispiele (in den Textvergleichen werden zwecks Zitat der Osterme-
yerschen Belegstellen folgende Abkürzungen verwendet: ORel= Ostermeyer, [...]
Religionsgeschichte, 1775; OG= Ostermeyer, Gedanken [...], 1780; OB= Ostermeyer, Be-
denken [...], 1786; OSin= Ostermeyer, Sinceri Schreiben [...], 1787; OA-2= Ostermeyer,
Apologie [...] 2. Stück, 1790; OA-3= Ostermeyer, Apologie [...] 3. Stück, 1790; OA-4=
Ostermeyer, Apologie [...] 4. Stück, 1791; OLG= Ostermeyer, [...] Liedergeschichte, 1793):
OG17: Und ich mache mir die Hofnung, daß man mein Syµtem leicht, der Vernunft
gemÕß und mit der Sache µelbµt µtimmig finden werde.
S.106: Viliuosi, kad mano sistema bus pripaþinta patogia, protinga ir tinkama.
OA-265: Man hatte µich der, anderer Urµachen ¸u geµchweigen, unw÷rdig gemacht, daß
man µeinen Obern vorgriff, auf deren Declaration man durchaus hÕtte warten µollen.
S.228: Netinka uþbëgti uþ akiø vyresnybei, reikëjo sulaukti jos pareiðkimo, o juk
pasitaikë ir kitø negraþiø dalykø.
OLG7: Sollte ich ihrer noch habhaft werden, µo µoll die mangelhafte Nachricht, die ich
nun davon ertheile, in einem Nachtrage ergÕn¸et werden.
S.305: Jeigu man pavyktø jas gauti, papildomas þinias iðleisèiau atskirai.
OLG237: Solcher Lieder giebts noch einige, die ¸war nicht alle, aber doch dem græßten
Theile nach in unµern Kirchen kaum entbehrlich µind. Ich habe die meiµten davon
µchon, theils µelbµt ÷berµe¸t, theils durch andere, ÷berse¸¸en laµµen, und theilte
[Konjunktiv! G.B.] µie gerne mit, wenn es verlangt w÷rde [Konjunktiv! G.B.].
S.411: Yra dar keletas tokiø giesmiø, labai reikalingø mûsø baþnyèioms. Vienas verèiau
að pats, kitas patikëjau pagalbininkams ir mielai dalijau visiems, kas tik papraðydavo
[es muß wohl heißen: dalyèiau visiems, kas tik papraðytø G.B.].
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