231 Gotfrydas Ostermejeris,
Rinktiniai raðtai
Durchaus nicht nebenbei gesagt, das Problem einer guten, der Zielsprache ange-
messenen Übersetzung beschäftigte Ostermeyer in seinen Auseinandersetzungen
mit Mielcke darüber, was notwendig ist für ein neues Gesangbuch. Das ist mehr als
ein bloßer Zufall, wenn man jetzt wie die Übers. voller Respekt und mit bewun-
dernswertem Aufwand seine Schriften in die Sprache bringt, die er seinerzeit so
eifrig verteidigte. Diese Verteidigung hat das Litauische heute nicht nötig oder,
wenn man so will, nicht nötiger als andere moderne Schriftsprachen. Bei wissen-
schaftlich orientierten Arbeiten wie der vorliegenden muß die sprachlich ein-
wandfreie und sachlich richtige Wiedergabe im Vordergrund stehen; auch das ist
ein allgemein geltendes Postulat der Praxis von Übersetzungen. In welche Relatio-
nen sprachliche und sachliche Richtigkeit geraten können, gemessen an dem kon-
kret gegebenen Kontext, darüber kann man als Rezipient des Textes oft verschiede-
ner Meinung sein. Die Übergänge von freier zu ungenauer oder falscher Wiedergabe
können fließend sein
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OA-230: Gott und der Teufel thun doch gewiß nichts oben hin, µondern alles mit
gan¸em Ernµt.
S.212: Dievas ir velnias, suprantama, nedaro nieko bendro [es muß wohl heißen:
nenorom, pavirðutiniðkai, neuoliai], bet viskà daro rimtai.
OA-26465: Sie machte indeµµen ein Gl÷ck, das ¸um Erµtaunen geht, bey einer Menge
Prediger, und so gar bey Einem Kænigl. Conµiµtorio. Leãteres glaubte und glaubte
auch nicht. Die Prediger µollten aushelfen. Die H÷lfe war µchlecht.
S.227: Belieka nustebti, kad jai pritarë tiek daug pamokslininkø bei Karaliðkoji kon-
sistorija. Pastaroji ið pradþiø lyg ir nepatikëjo [es muß wohl heißen: lyg patikëjo, lyg
ir nepatikëjo]. Turëjo spræsti [es muß wohl heißen: pagelbëti] pamokslininkai, o jie
buvo blogi patarëjai [es muß wohl heißen: pagalba buvo bloga].
OA-41415: Wir fanden im alten G.B. Stellen, da man dem deutµchen Dichter einen
falµchen Sinn aus purem Mißverµtande beygelegt, [...]
S.267: Senajame giesmyne rasdavome tokiø vietø, kur vokieèiø poetai tiktai per
neapdairumà iðkreipë prasmæ, [es muß wohl heißen: kur buvo iðkreipta vokieèiø poetø
giesmiø prasmë] [...]
OA-423: Und dieµe Bitte erlaµµe denn auch an µie, in Hofnung, µie werden wohl
einµehen, wie unµchicklich es µey, Einerley in ¸wey verµchiedenen Schriften zu
leµen. Man tadelt es ja durchgehends an Gelehrten, wenn µie µich µelbµt ausµchreiben
[hier: schriftlich zitieren G.B.]. Den Vorwurf auch mir machen ¸u laµµen, wird
man mir doch wohl nicht zumuthen.
S.270: To praðau tikëdamas, kad jie tikrai pastebës, kaip nevykusiai apie tà patá
dalykà dviejuose raðtuose dëstomos prieðingos nuomonës [es muß wohl heißen:
supras, kad bûtø negerai skaityti tà patá dalykà dviejuose skirtinguose raðtuose]. Èia að
7Die korrigierten litauischen Formulierungen
sind als Vorschläge zu werten.
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